Inacta lanciert eigene Krypto-Payment-Lösung

9. April 2019

Am Zuger Crypto Valley Summit hat das Blockchain-Beratungsunternehmen Inacta eine eigene Payment-Lösung fürs Bezahlen in Kryptowährungen angekündigt. Das Luxushotel Dolder Grand in Zürich und der Ferrari-Händler Kessel in Zug sind die ersten Partner mit Strahlkraft für das neue "Inapay". Managing Partner Ralf Glabischnig verrät, was es damit auf sich hat.

Am Crypto Valley Summit in Zug Ende März haben Sie angekündigt, dass Inacta am 1. Mai mit Inapay eine eigene Payment-Lösung für Kryptowährungen lancieren will. Was hat es damit auf sich?

Ralf Glabischnig: Dank Inapay kann jedes Geschäft unkompliziert Zahlungen in Bitcoin und weiteren Kryptowährungen entgegennehmen und bekommt hinter den Kulissen Schweizer Franken aufs Bankkonto gutgeschrieben. Wir betreiben solche Services individuell bereits seit 2017, wollten sie jetzt aber einem grösseren Kundenkreis zur Verfügung stellen.

Warum braucht es Inapay?

Das Senden und Empfangen von Bitcoin und weiteren Kryptowährungen ist für Privatpersonen zwar denkbar einfach, doch wer Kryptowährungen in seine ordentlichen Geschäftsprozesse einbauen wollte, sah sich mit gewissen Herausforderungen konfrontiert: Der Buchhalter ist sich nicht sicher, wie er Bitcoin verbuchen soll. Dem Geschäftsführer ist die Verwaltung der sogenannten Private Keys, also quasi die Vollmacht über die eingenommenen Bitcoin, ein Dorn im Auge. Und dem Firmeninhaber gefällt es nicht, wenn das Unternehmen plötzlich irgendwo vom Bitcoin-Kurs abhängig ist. All diese - und weitere - Probleme löst Inapay auf denkbar einfache Art.

Welche regulatorischen Anforderungen muss Inapay erfüllen?

Jeder Händler untersteht - unabhängig davon ob er Inapay nutzt oder nicht - den in seiner Industrie und seinem Land üblichen Bestimmungen zur Geldwäscherei. Daher gibt es für jeden Händler mit Umsatz von mehr als 5000 Franken pro Jahr einen branchenüblichen Onboardingprozess.

Welche Business-Interessen verfolgen Sie mit der Lösung?

Primär geht es uns darum, das Krypto-Ökosystem in der Schweiz weiter zu fördern: Je mehr Akzeptanzstellen es für Kryptowährungen gibt, desto weniger Berührungsängste wird es geben. Dies ebnet den Weg für einen krampfloseren Umgang mit den neuen Technologien und öffnet die Tür für eine fachliche Debatte, nicht zuletzt in Zusammenhang mit der Finanzbranche. Die Schweizerische Nationalbank äusserte sich erst kürzlich dazu, dass sie es durchaus für möglich halte, dass diese neuen Technologien Einzug halten würden in der Finanzbranche. Wenn die Leute solches bereits aus ihrem privaten Umfeld kennen, erleichtert dies die Adoption und der Standort Schweiz wird insgesamt konkurrenzfähiger.

Nur wenige sind mit dem Crypto Valley so vertraut wie Ralf Glabischnig. Als Mitbegründer der Crypto Valley Labs, Managing Partner bei Inacta und Initiant der Blockchain Competition kennt er die Branche. Lesen Sie hier, wo er ihre Ängste, ihre Hoffnungen und ihr Potenzial sieht.

Momentan akzeptieren das Hotel Dolder Grand und das Luxus-Autohaus Kessel Kryptowährungen über Inapay. Mit welchen weiteren Partnern möchten Sie zusammenarbeiten?

Für uns war es wichtig, dass wir renommierte Partner mit Strahlkraft für unsere Lösung gewinnen konnten. Durch häufig internationale Kunden und somit Zahlungsverkehr ist dies in den Branchen der zuvor genannten Kunden auch sehr interessant. Darüber hinaus haben wir Kunden wie etwa Anwaltskanzleien, Treuhänder, einen Weinshop und einen Schweizer Versandhändler gewinnen können. Natürlich werden auch unsere nahestehenden Firmen wie CV Labs, Lakeside Business Center etc. und enge Partner umsteigen und unsere neue Standardlösung nutzen.

Wie geht es weiter mit Inapay?

Ich gehe davon aus, dass wir bereits Mitte des Jahres 20 Akzeptanzstellen haben werden. Zusätzlich sind wir bereits mit diversen internationalen Geschäftspartnern im Gespräch, die ein grosses Interesse an unserer Lösung aus dem Crypto Valley bekundet haben. Längerfristig hege ich natürlich die Vision, dass ich in jedem Geschäft Inapay als Zahlungsvariante antreffe und wenn wir die Kosten dafür tief genug runter gebracht haben, dann wird das auch möglich sein.

 

Artikel auf netzwoche.ch vom 09.04.2019: https://www.netzwoche.ch/news/2019-04-09/inacta-lanciert-eigene-krypto-payment-loesung

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