Die EPD Deadline für Krankenhäuser naht. Was nun?

17. Januar 2020

 

Am 15. April 2020 ist es soweit: Jedes Schweizer Spital muss sich bis zu diesem Zeitpunkt einer Stammgemeinschaft angeschlossen haben. Theoretisch kann ab dann jede in der Schweiz lebende oder tätige Person beim Krankenhaus ihrer Wahl, ein eigenes EPD eröffnen und somit digital jederzeit und überall den gewünschten Ärzten Zugriff auf die eigenen Gesundheitsdaten gewähren.

Nun, wo stehen wir heute?

  • Anstatt dem angedachten dezentral organisierten, aus mehreren Dutzend (Stamm-)Gemeinschaften bestehenden Netzwerk, besteht das EPD derzeit aus 8 Stammgemeinschaften. Hierbei sind in der Deutschschweiz die XAD und in der Romandie die Cara massgebend.
  • Bisher sind nicht alle bestehenden Gemeinschaften zertifiziert und einige Kliniken sind noch nicht angebunden.
  • Weiterhin bestehen Unklarheiten in der Umsetzung von komplexen Themen (u.a. 2-Faktor-Authentifizierung, Portallösung, Integrationsprofile).
  • In den Gesundheitseinrichtungen wird dem Thema viel zu oft eine geringe Priorität zugewiesen.
  • Die Einführung des EPDs wird in Gesundheitseinrichtungen oft als rein technisches Projekt angesehen.
     

Somit besteht noch bei einigen Themen Nachholbedarf. Insbesondere gilt dies für Spitäler, welche noch nicht mitten in der Umsetzung des Anschlusses stehen. Genauso aber müssen Gesetzgeber, Stammgemeinschaften und Umsetzungspartner (insbesondere Post und Swisscom) zusammen die bestehenden Hindernisse aus dem Weg räumen um den Anschluss zu ermöglichen.

Nebst den technischen, offensichtlichen Themen, darf in diesem Rahmen aber nicht vergessen werden, dass der Dreh- und Angelpunkt der erfolgreichen Einführung des EPDs das Commitment und das Verständnis der Belegschaft in den Gesundheitseinrichtungen ist. Man kann zwar die gesetzliche Vorgabe zum Anschluss auch rein durch technische Massnahmen erfüllen, degradiert damit aber das EPD zur Zwangsmassnahme ohne Nutzen für das Spital und kaum mehr für die Gesellschaft.